Frühförderung in Corona-Zeiten

Auch wir, die Interdisziplinäre Frühförderung- und Beratungsstelle der Lebenshilfe Merseburg gGmbH, ist seit März 2020 von den Beschränkungen in der  Corona Pandemie betroffen. Die Ausbreitung des Corona Virus hat die Frühförderung vor neue Herausforderungen gestellt. Sich auf die allgemein  nötigen Veränderungen im Alltag einzustellen war für alle ein Einschnitt.

Im März 2020 mussten wir die Frühförderarbeit für 8 Wochen insgesamt reduzieren. Die Mitarbeiterinnen der Frühförderung gingen in Kurzarbeit. Die Frühförderstelle war geschlossen, die Mitarbeiter zu Hause. Es begann das Bangen um die wirtschaftliche Situation, Fragen zur Arbeitssituation der Mitarbeiterinnen und die Sorge um die Situation in den Familien, da sichere Hilfesysteme nicht mehr funktionierten. Wir mussten uns etwas einfallen lassen, wie wir trotz der Beschränkungen mit den Familien und ihren Kindern in Kontakt bleiben und weiter arbeiten können. Im Kollegium wurden gemeinsam Ideen entwickelt, wie und womit die Kinder zu Hause gefördert und die Familien am besten unterstützt werden können.

Wir haben uns schnell dran gemacht alternative Lösungen in der Beratung und Förderung zu finden. Wir haben:

  • Lern- und Bewegungsvideo gedreht
  • jede Frühförderin hat sich mehrmals wöchentlich per Video/Chat bei den Kindern persönlich gemeldet
  • es wurden Arbeitsblätter zum Üben, Bastelaufgaben und individuelle Lernpakete verschickt
  • Telefonate mit den Eltern über die aktuelle Lage/Befinden geführt

Die Familien zeigten sich dankbar für die Unterstützung und die kontinuierliche Ansprache und Abwechslung.  Viele haben sich gefreut, dass der Kontakt trotz alledem irgendwie aufrechterhalten werden konnte. Ein kleiner Teil war aber auch so zufrieden und konnte die Zeit „ohne Termine“ für sich selbst gut überbrücken.

Ab Juni’20 konnten wir die Frühförderarbeit teils noch eingeschränkt wieder aufnehmen. Eltern durften ihre Kinder, mit Einhaltung der Hygiene- und Begegnungsvorschriften, zu uns bringen. Der Wartebereich war weiterhin geschlossen, die Eltern begleiteten ihre Kinder mit in die Förderstunde oder nutzten die Zeit anderweitig. Schwierig war teilweise der Maßnahmen in bestimmten Fällen, im Umgang mit sehr kleinen Kindern.

Der Besuch und die Förderung in den Kindereinrichtungen waren noch nicht wieder 100% möglich. Viele Kinder konnten auch nicht in der Kita betreut werden, sie waren lange Zeit zu Hause, ohne andere soziale Kontakte, fehlende Erlebnisse und Förderung.

Dennoch war wieder ein langsamer Einstieg geschaffen und die Freude war groß. 

Der Teamzusammenhalt war in dieser Zeit positiv und sehr gut. Die Mitarbeiterinnen waren motiviert, kreativ und flexibel.

Soweit hatten wir alles gut bewältigt. Das war aber nur vorrübergehend, bis Maßnahmen von  außen wieder Einhalt geboten und der Virus wieder zurückkam.

Aktuell versuchen wir unser Bestes, die Förderungen für die Kinder, aufrechtzuerhalten und so schön und interessant wie möglich zu gestalten und den Eltern in diesen turbulenten Zeiten ein treuer Ansprechpartner zu sein.